Die größten Probleme beim Auswandern auf die Kanaren – ehrliche Erfahrungen

Auswandern auf die Kanaren klingt für viele nach Sonne, Meer und einem entspannteren Leben. Und ja: Die Inseln können ein wunderbarer Ort für einen Neustart sein. Doch wer nur die schöne Seite sieht, wird oft überrascht. Denn Auswandern bedeutet nicht einfach Urlaub für immer, sondern Alltag in einem anderen Land.

Gerade auf den Kanaren gibt es einige typische Probleme, die viele Auswanderer unterschätzen. Manche lassen sich gut vorbereiten, andere merkt man erst, wenn man wirklich vor Ort lebt.

1. Eine Wohnung zu finden ist oft schwieriger als gedacht

Eines der größten Probleme ist die Wohnungssuche. Viele kommen mit der Vorstellung auf die Inseln, schnell eine schöne und günstige Wohnung in Meernähe zu finden. In der Realität ist das deutlich komplizierter.

Besonders in beliebten Regionen auf Teneriffa, Gran Canaria, Lanzarote und Fuerteventura sind Langzeitmieten knapp. Viele Wohnungen werden touristisch vermietet oder nur mit hohen Anforderungen vergeben. Dazu kommen Kaution, Einkommensnachweis, Sprachbarriere und manchmal auch Misstrauen gegenüber Neuankömmlingen.

Wer keine feste Unterkunft für die ersten Wochen oder Monate hat, gerät schnell unter Druck. Und unter Druck trifft man selten gute Entscheidungen.

2. Die Kosten werden oft unterschätzt

Die Kanaren gelten bei vielen noch immer als günstiges Auswanderungsziel. Teilweise stimmt das, aber längst nicht überall. Lebensmittel, Mieten, Auto, Versicherungen, Internet, Strom, private Arztbesuche und Rücklagen können sich schnell summieren.

Besonders teuer wird es, wenn man in touristischen Orten wohnt, häufig auswärts isst oder auf importierte Produkte angewiesen ist. Auch wer ein Auto braucht, sollte Anschaffung, Versicherung, Steuer, Werkstatt und Benzin realistisch einplanen.

Das Problem ist nicht, dass man auf den Kanaren nicht bezahlbar leben kann. Das Problem ist eher, dass viele mit zu optimistischen Zahlen planen.

3. Bürokratie funktioniert anders

Viele Auswanderer sind überrascht, wie viel Geduld sie bei Behörden brauchen. NIE, Empadronamiento, Bankkonto, Krankenversicherung, Steuerfragen und Verträge sind machbar, aber selten so schnell erledigt, wie man es sich wünscht.

Termine sind nicht immer leicht zu bekommen. Zuständigkeiten wirken manchmal unklar. Dokumente müssen korrekt vorbereitet sein. Und ohne Spanischkenntnisse wird vieles komplizierter.

Wer glaubt, alles in wenigen Tagen erledigen zu können, wird häufig frustriert. Besser ist es, die ersten Wochen bewusst als Organisationsphase einzuplanen.

4. Ohne Spanisch bleibt vieles oberflächlich

In touristischen Gegenden kommt man mit Deutsch oder Englisch oft weit. Für den echten Alltag reicht das aber nicht immer. Sobald es um Behörden, Mietverträge, Ärzte, Schule, Handwerker oder Nachbarschaft geht, hilft Spanisch enorm.

Ohne Spanisch bleibt man schnell in einer Auswanderer-Blase. Das kann am Anfang angenehm sein, wird aber langfristig oft zum Problem. Wer die Sprache lernt, versteht nicht nur mehr, sondern wird auch ernster genommen.

Perfektes Spanisch ist nicht nötig. Aber der Wille, die Sprache zu lernen, macht einen großen Unterschied.

5. Arbeit finden ist nicht für jeden einfach

Wer ohne festen Job oder sicheres Einkommen auswandert, sollte sehr vorsichtig planen. Der Arbeitsmarkt auf den Kanaren ist stark vom Tourismus geprägt. Viele Jobs sind saisonal, nicht besonders gut bezahlt oder erfordern Spanischkenntnisse.

Gute Chancen haben Menschen, die remote arbeiten, selbstständig sind, eine Rente beziehen oder bereits vor dem Umzug ein Einkommen haben. Schwieriger wird es für alle, die erst vor Ort suchen und gleichzeitig Miete, Kaution und Lebenshaltung zahlen müssen.

Ein Umzug auf die Kanaren ist deshalb leichter, wenn das Einkommen schon vor dem Umzug geklärt ist.

6. Das Leben ist nicht überall wie im Urlaub

Urlaub auf den Kanaren ist leicht. Alltag ist etwas anderes. Im Urlaub stören Baustellen, lange Wege, Parkplatzprobleme, Hitze, Wind, Behörden oder volle Supermärkte kaum. Wenn man dauerhaft dort lebt, werden solche Dinge Teil des normalen Lebens.

Auch das Inselgefühl kann unterschiedlich wirken. Für manche ist es Freiheit. Für andere wird es nach einiger Zeit eng. Besonders kleinere Inseln bieten Ruhe und Natur, aber weniger Auswahl, weniger Infrastruktur und weniger berufliche Möglichkeiten.

Deshalb ist es wichtig, nicht nur die schönste Insel zu wählen, sondern die Insel, die wirklich zum eigenen Alltag passt.

7. Einsamkeit wird oft unterschätzt

Ein Neustart klingt aufregend. Doch nach den ersten Wochen kommt oft die ruhigere Phase. Freunde und Familie sind weit weg. Gewohnte Routinen fehlen. Neue Kontakte entstehen nicht automatisch.

Gerade wer allein auswandert, sollte diesen Punkt ernst nehmen. Auf den Kanaren gibt es viele internationale Kontakte, Vereine, Gruppen und Gemeinschaften. Aber man muss aktiv werden.

Wer nur wartet, dass sich ein neues soziales Leben von selbst ergibt, kann sich schnell isoliert fühlen.

8. Gesundheit und Versicherung müssen vorher geklärt sein

Ein weiterer Punkt ist die Gesundheitsversorgung. Die Kanaren haben grundsätzlich eine funktionierende medizinische Infrastruktur. Trotzdem sollten Auswanderer genau prüfen, wie sie versichert sind und welche Leistungen wirklich abgedeckt werden.

Für Rentner, Selbstständige, Arbeitnehmer und Familien gelten unterschiedliche Situationen. Auch private Zusatzversicherungen können sinnvoll sein. Wer mit gesundheitlichen Themen auswandert, sollte besonders sorgfältig planen.

Mehr Grundlagen findest du im Beitrag zur Krankenversicherung auf den Kanaren.

9. Viele Probleme entstehen durch falsche Erwartungen

Das größte Problem ist oft nicht die Insel selbst, sondern die Erwartung. Wer glaubt, auf den Kanaren automatisch günstiger, entspannter und glücklicher zu leben, setzt sich selbst unter Druck.

Die Kanaren können vieles verbessern: Klima, Lebensgefühl, Nähe zur Natur und oft auch die persönliche Zufriedenheit. Aber sie lösen keine finanziellen Probleme, keine Beziehungskrisen und keine fehlende Planung.

Wer ehrlich vorbereitet ist, hat deutlich bessere Chancen. Wer flüchtet, nimmt viele Probleme einfach mit.

Was hilft gegen diese Probleme?

Die beste Vorbereitung ist nicht Perfektion, sondern Klarheit. Du solltest wissen, welche Insel zu dir passt, wie hoch deine Kosten ungefähr sind, wie du wohnen möchtest, wie du versichert bist und wovon du leben wirst.

Sinnvoll ist es außerdem, nicht sofort alles aufzugeben. Ein längerer Testaufenthalt, mehrere Inselbesuche außerhalb der Urlaubssaison und ein realistischer Finanzplan helfen enorm.

Einen strukturierten Einstieg findest du im Kanaren-Auswandern-Guide.

Fazit: Die Kanaren sind kein Problem – falsche Vorbereitung schon

Auswandern auf die Kanaren kann eine sehr gute Entscheidung sein. Aber es ist kein Selbstläufer. Die größten Probleme entstehen meist dort, wo Menschen mit zu wenig Vorbereitung, zu wenig Geld, zu wenig Sprachkenntnissen oder zu romantischen Vorstellungen starten.

Wer die Schwierigkeiten kennt, kann sie einplanen. Wer sie ignoriert, wird schnell enttäuscht. Genau deshalb lohnt sich ein ehrlicher Blick vor dem Umzug.

Die Kanaren können ein wunderbarer Lebensmittelpunkt sein – aber sie funktionieren am besten für Menschen, die nicht nur träumen, sondern auch realistisch planen.

Auswandern-kanaren.com
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