Steuern auf den Kanaren – was Auswanderer wirklich wissen müssen

Wer auf die Kanaren auswandern möchte, kommt um das Thema Steuern nicht herum. Viele verbinden die Inseln mit niedrigeren Lebenshaltungskosten, gutem Klima und einer entspannten Lebensweise. Doch steuerlich gelten klare Regeln, die du unbedingt kennen solltest, bevor du deinen Wohnsitz nach Teneriffa, Gran Canaria oder eine andere Insel verlegst.

In diesem Artikel erfährst du, wann du auf den Kanaren steuerpflichtig wirst, welche Steuern auf dich zukommen und welche typischen Fehler viele Auswanderer machen.

Wann wirst du auf den Kanaren steuerpflichtig?

Grundsätzlich gilt: Du bist in Spanien steuerpflichtig, wenn du deinen gewöhnlichen Aufenthalt dort hast. Das ist in der Regel der Fall, wenn du mehr als 183 Tage im Jahr auf den Kanaren verbringst oder dein Lebensmittelpunkt dort liegt.

Das bedeutet: Auch wenn du weiterhin Einkommen aus Deutschland beziehst, kann es sein, dass du deine Steuern in Spanien zahlen musst.

Typische Fälle der Steuerpflicht

  • Du lebst dauerhaft auf den Kanaren (mehr als 183 Tage)
  • Deine Familie lebt dort
  • Dein Hauptwohnsitz ist auf den Kanaren
  • Du arbeitest oder bist selbstständig in Spanien

Welche Steuern gibt es auf den Kanaren?

Das Steuersystem auf den Kanaren basiert auf dem spanischen System, hat aber einige Besonderheiten. Besonders bekannt ist die niedrigere Mehrwertsteuer.

Einkommensteuer (IRPF)

Die Einkommensteuer ist die wichtigste Steuer für Auswanderer. Sie wird auf dein weltweites Einkommen erhoben, wenn du in Spanien steuerpflichtig bist.

  • progressiver Steuersatz
  • abhängig vom Einkommen
  • regionale Unterschiede möglich

Mehrwertsteuer auf den Kanaren (IGIC)

Auf den Kanaren gibt es keine klassische spanische Mehrwertsteuer (IVA), sondern die sogenannte IGIC.

  • Standard: ca. 7 %
  • deutlich niedriger als in Deutschland
  • macht viele Produkte günstiger

Weitere mögliche Steuern

  • Grundsteuer bei Immobilien
  • Kfz-Steuer
  • Steuern auf Kapitalerträge
  • Steuern für Selbstständige

Doppelbesteuerung Deutschland – Spanien

Zwischen Deutschland und Spanien gibt es ein Doppelbesteuerungsabkommen. Das bedeutet: Du musst nicht zweimal Steuern auf dasselbe Einkommen zahlen.

Allerdings ist die praktische Umsetzung oft komplex. Es kommt darauf an:

  • wo du steuerlich gemeldet bist
  • wo dein Einkommen entsteht
  • welche Einkommensart vorliegt

Gerade bei Mieteinnahmen, Renten oder Online-Einkommen solltest du genau prüfen, welches Land zuständig ist.

Steuern für Rentner auf den Kanaren

Rentner sollten besonders genau hinschauen. Je nach Rentenart kann die Besteuerung unterschiedlich ausfallen.

Viele Rentner werden in Spanien steuerpflichtig, wenn sie dauerhaft auf den Kanaren leben. Das bedeutet, dass die Rente dort versteuert werden kann.

In Kombination mit dem S1-Formular ergibt sich oft eine klare Struktur: Krankenversicherung über Deutschland, Steuern aber in Spanien.

Selbstständig auf den Kanaren – Steuern und Realität

Wer sich auf den Kanaren selbstständig macht, muss sich als Autónomo anmelden. Damit verbunden sind:

  • monatliche Sozialversicherungsbeiträge
  • Einkommensteuer
  • ggf. IGIC-Abführung

Viele unterschätzen die laufenden Kosten. Deshalb solltest du deine Einnahmen realistisch kalkulieren.

Typische Fehler bei Steuern auf den Kanaren

1. Wohnsitz nicht klar geregelt

Wer offiziell noch in Deutschland gemeldet ist, aber eigentlich auf den Kanaren lebt, riskiert Probleme.

2. Einkommen falsch zugeordnet

Gerade bei Online-Einkommen oder Vermietung ist oft unklar, welches Land zuständig ist.

3. Steuern zu spät geklärt

Viele kümmern sich erst nach dem Umzug darum – das ist meist zu spät.

Zusammenhang mit anderen Themen

Steuern hängen eng mit anderen Themen zusammen wie Anmeldung, NIE und Lebenshaltungskosten. Einen Überblick findest du hier:

NIE und Anmeldung auf den Kanaren

Und hier zu den Kosten:

Lebenshaltungskosten auf den Kanaren

Fazit: Steuern auf den Kanaren richtig planen

Steuern sind beim Auswandern auf die Kanaren ein zentraler Punkt. Wer mehr als 183 Tage auf den Inseln lebt, wird in der Regel dort steuerpflichtig. Einkommensteuer, IGIC und weitere Abgaben sollten frühzeitig eingeplant werden.

Besonders wichtig ist, die eigene Situation individuell zu prüfen. Arbeitnehmer, Selbstständige und Rentner haben jeweils unterschiedliche Voraussetzungen. Wer sich rechtzeitig informiert, vermeidet Probleme und kann die Vorteile des Lebens auf den Kanaren entspannt nutzen.

Auswandern-kanaren.com
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